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Pionierarbeit: Herbert W. Franke

Herbert W. Franke (*1927) ist zweifellos ein Multitalent und ein Pionier in mehr als einer Hinsicht. Sein Pioniergeist zeigt sich in seinen Science-Fiction-Romanen, seiner Leidenschaft als Höhlenforscher und nicht zuletzt in seinen Bild-Experimenten. Naturwissenschaft und Kunst waren für den Doktor der Physik, der unter anderem auch Philosophie studierte, nie ein Gegensatz. Naturwissenschaft und Mathematik sind die Fundamente seiner Kunst.

Franke ist nicht nur einer der bekanntesten deutschsprachigen Science-Fiction Autoren. Seit den 1950er Jahre beschäftigt er sich auch mit Bildkunst im weitesten Sinne, zunächst mit experimenteller Fotografie und elektronischen Bildgebungsverfahren. Er schuf fotografische Bilder, schrieb über experimentelle und generative Fotografie und entdeckte schließlich - als Künstler und Sammler - die Digitale Kunst. Seine einzigartige Sammlung früher Computerkunst gehört heute der Kunsthalle Bremen (leider nicht online zu sehen!). Herbert W. Franke ist zudem auch Mitbegründer und Pionier der ars electronica in Linz.

Seit den 1960er Jahren arbeitet Herbert W. Franke stetig mit dem Computer. An seinem Werk ist daher auch die Entwicklung des Computers als künstlerisches Werkzeug in einmaliger Weise ablesbar. Hier nun eine kleine Auswahl seiner Werke:


 Pionierarbeit #1     Tanz der Elektronen

Seit Mitte der 1950er Jahre arbeitete Franke mit einem Analogrechner nebst Kathodenstrahloszilloskop an Oszillogrammen und elektronischen Grafiken, die zumeist fotografische Abbilder von Bildschirm-Darstellungen waren. Diese so genannten Analoggrafiken sind als direkte Vorgänger der ab den 1960er Jahren aufkommenden Digitalgrafiken zu sehen. 1961/62 entstand die Serie »Tanz der Elektronen«, aus der 1962 Frankes gleichnamiger Kurzfilm hervorging.


Tanz der Elektronen 0
Herbert W. Franke:
Tanz der Elektronen
Fotografie nach Bildschirmdarstellung, 1961/62    

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 Pionierarbeit #2     Quadrate

Zu Frankes frühen digitalen, algorithmischen Arbeiten zählt »Quadrate« aus dem Jahr 1967. Ein größerer Siebdruck des Motivs wurde 1970 bei der Biennale in Venedig gezeigt.


Quadrate 0
Herbert W. Franke
Quadrate
Maschinenzeichnung, 1967
Farbig auf weißem Papier
Idee und Programmparameter: Herbert W. Franke,
programmiert von Georg Färber    


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 Pionierarbeit #3      Projektionen/Rotationen

»Projektionen/Rotationen« entstand 1970/71.


Projektionen/Rotationen 0
Herbert W. Franke:
Projektionen/Rotationen, 1970/71
   


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 Pionierarbeit #4     Animierte Computergrafik

Seit den 1960er Jahren arbeitet Franke auch mit animierten Grafiken und Filmsequenzen. Einige neuere Animationen, wie die 2012 entstandene Sequenz »Octahedron Star«, sind auf Frankes YouTube-Kanal zu finden.


Octahedron Star

Octahedron Star

Octahedron Star
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Herbert W. Franke:
Octahedron Star, 2012
Screenshots aus »Octahedron Star«
   


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 Science Fiction

Seit den 1950er Jahren hat Herbert W. Franke zahlreiche Zukunftsromane und Kurzgeschichten verfasst. »Das Gedankennetz« zählt zu seinen frühen, bei Goldmann erschienenen Werken. Wikipedia listet einen Teil seiner Schriften auf, siehe Herbert W. Franke. Tipp: Lesungen gibt es in Wort & Bild auf dem YouTube-Kanal des Autors.


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Herbert W. Franke: Das Gedankennetz
erschienen 1960, in der Reihe Goldmann Weltraum Taschenbücher

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 Computergraphik - Computerkunst

Im Jahr 1971 erschien Frankes kunsttheoretisches Buch »Computergraphik - Computerkunst« in Erstauflage; eine zweite, überarbeitete Ausgabe wurde 1985 publiziert. Das Titelbild der ersten Auflage zeigt die Grafik »Matrizenmultiplikation« von Frieder Nake (1967).


Computergraphik - Computerkunst 0
»Computergraphik - Computerkunst« 1971
nicht zu verkaufen

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 Zur Person

Herbert W. Franke
Geb. 1927 in Wien, Studium der Physik, Mathematik und Philosophie in Wien, Doktor in theoretischer Physik, 1950. Autor zahlreicher Science-Fiction-Romane und Sachbücher sowie kunsttheoretische Schriften zu Computerkunst und experimenteller und generativer Fotografie. 1973 bis 1997 Lehrauftrag Kybernetische Ästhetik und Computerkunst an der LMU und der Akademie für Bildende Kunst in München. Lebt in der Nähe von München.

Hier Herbert W. Frankes Rational Art Theory aus der Internet-Ausstellung Two Art Theorists & Their Artwork

Tipp: Herbert W. Franke im Interview und Herbert W. Frankes YouTube-Kanal.



Ein besonderer Dank an dieser Stelle an Herbert W. Franke für die freundlich erteilte Abbildungserlaubnis.


Die meisten der oben gezeigten »Pionierarbeiten« wurden in zahlreichen Ausstellungen zum Thema Computerkunst gezeigt, unter anderem in:
»Ex Machina – Frühe Computergrafik bis 1979« Kunsthalle Bremen: Die Sammlung Franke, 2007
»bit international« ZKM Karlsruhe, 2008 - 2009

Literaturhinweise, unter anderem:
Computer-Grafik Galerie. Herbert W. Franke (1984)
Computergraphik - Computerkunst. Herbert W. Franke (1985)
Ex Machina – Frühe Computergrafik bis 1979. Hrsg. Wulf Herzogenrath und Barbara Nierhoff-Wielk (2007)
A Little-Known Story about a Movement, a Magazine and the Computer´s Arrival in Art: New Tendencies and Bit International. Hrsg. Margit Rosen (2011)
siehe auch Links & Literatur


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