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Computerkunst 1972  

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 Sylvia Roubaud / Gerold Weiß

Die Künstlerin Sylvia Roubaud und der Mathematiker Gerold Weiß bildeten ein Team innerhalb des Kunstprojekts. Roubaud entwickelte die Entwürfe in Form von Skizzen, die Weiß in Algorithmen und Bildprogramme fasste. Bei manchen Grafiken griff Roubaud auch direkt in den maschinellen Zeichenvorgang ein.
Neben Johann Willsbergers Buch »Computer Graphics«, für das alle hier gezeigten Grafiken angefertigt wurden, sind einige der Computergrafiken auch in anderen, jeweils im Literaturhinweis genannten Publikationen abgebildet.


Explosion geordneter Strukturen 0
# 08-01-009

links
»Explosion geordneter Strukturen«

Sylvia Roubaud / Gerold Weiß, 1972
Siebdruck nach Plotterzeichnung

Literatur:
Rosen (Hrsg.): A Little-Known Story ...


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Die Computergrafiken »Explosion geordneter Strukturen« setzt Algorithmen ein, die eine Auflösung von Ordnungen und den Übergang zu scheinbar chaotischen Anordnungen durch Zufallszahlen bewirken. In den Grafiken I, II, IV und V ist es die zufallsgesteuerte Auflösung von Geraden in Bruchstücke unterschiedlicher Neigung; Grafik III zeigt das gleiche Prinzip mit Kreisformen, die sich zunehmend miteinander verschlingen.



Explosion geordneter Strukturen I 0
# 08-02-047

links     »Explosion geordneter Strukturen I«

rechts     »Explosion geordneter Strukturen II«

Sylvia Roubaud / Gerold Weiß, 1972
Offsetdruck nach Plotterzeichnungen,
vollfarbig schwarz auf weißem Papier

Literatur:
IBM (Hrsg.): Computerkunst (II)

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0 Explosion geordneter Strukturen II


Explosion geordneter Strukturen III 0
# 08-02-048

links     »Explosion geordneter Strukturen III«

rechts     »Explosion geordneter Strukturen IV«

Sylvia Roubaud / Gerold Weiß, 1972
Offsetdruck nach Plotterzeichnungen
Literatur:
IBM (Hrsg.): Computerkunst (III)
Gioni (Ed.): Ghosts in the Machine (III,
Motiv als Siebdruck)

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0 Explosion geordneter Strukturen IV


Explosion geordneter Strukturen V 0
# 08-02-049

links     »Explosion geordneter Strukturen V«

Sylvia Roubaud / Gerold Weiß, 1972
Offsetdruck nach Plotterzeichnung

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Der folgenden Serie »Geradlinig begrenzte Elemente unter deterministischen und stochastischen Zwangsbedingungen« werden Lage und Eckpunkte entweder von einem Zufallszahlengenerator bestimmt (I, II) oder folgen vorgegebenen Verläufen wie in Grafik III, in der die unteren Eckpunkte rechtwinkliger Dreiecke parallelen Parabeln und der obere einer Geraden folgt.

Bilder dieser Serie nahmen, neben zahlreichen anderen Computergrafiken der Gruppe, an der Ausstellung »tendencies 5« 1973 in Zagreb Teil. In Margit Rosens Buch »A Little-Known Story ...« sind die Grafiken I-III als Offsetdrucke in einer Abbildung der Ausstellungsräume zu erkennen.


Geradlinig begrenzte Elemente unter deterministischen und stochastischen Zwangsbedingungen I 0
# 08-02-053

links     »Geradlinig begrenzte Elemente unter
deterministischen und stochastischen
Zwangsbedingungen I«
rechts     »Geradlinig begrenzte Elemente ... II«

Sylvia Roubaud / Gerold Weiß, 1972
Offsetdruck nach Plotterzeichnungen

Literatur:
IBM (Hrsg.): Computerkunst (I)

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0 Geradlinig begrenzte Elemente unter deterministischen und stochastischen Zwangsbedingungen II

In der Computergrafik »Geradlinig begrenzte Elemente ... II« erkennt man deutlich die zweifache Verschiebung, die Roubaud während des maschinellen Zeichenvorgangs vornahm. Diese Art von Eingriff in den ablaufenden Zeichenvorgang war der Künstlerin, die das Kunstprojekt mit dem Großrechner als experimentelle Arbeit und Herausforderung sah, besonders wichtig.


Geradlinig begrenzte Elemente unter deterministischen und stochastischen Zwangsbedingungen III 0
# 08-02-054

links     »Geradlinig begrenzte Elemente unter
deterministischen und stochastischen
Zwangsbedingungen III«

Sylvia Roubaud / Gerold Weiß, 1972
Offsetdruck nach Plotterzeichnung

Literatur:
IBM (Hrsg.): Computerkunst (III)

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Zur Person

Sylvia Roubaud
Geboren 1941, Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Günter Fruhtrunk, 1971-1972 Teilnahme an dem Kunstprojekt MBB Computer Graphics, lebt in München und Italien.
Sylvia Roubaud ist bis heute aktive Künstlerin und hat sich nunmehr seit vielen Jahren auf abstrakte Malerei spezialisiert.
Nach Abschluss des Computerkunst-Projekts 1972 hatte sie keine weitere Gelegenheit für grafische Arbeiten an Großrechnern. Mit der ihr eigenen künstlerischen Neugier blieb sie jedoch stets offen für experimentelle Arbeiten im Bereich Kunst und Technik. Ihre Website: Sylvia Roubaud.

Gerold Weiß
Geboren 1940 in Vrchlabí (Hohenelbe), Tschechien, Mathematiker, 1971-1972 Teilnahme an dem Kunstprojekt MBB Computer Graphics, lebt in Bad Reichenhall.


Arbeiten von Sylvia Roubaud wurden bereits in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen gezeigt.
Die in Zusammenarbeit mit Gerold Weiß entstandenen Computergrafiken nahmen unter anderem an folgenden Ausstellungen teil:
»Computer Graphics« Ausstellungsbeitrag zum kulturellen Rahmenprogramm der Olympischen Spiele München, 1972
»tendencies 5« Sektion: Computer Visual Research, MSU Zagreb, Kroatien (damals Jugoslawien), 1973
»25 Jahre Computerkunst« BMW Pavillon, München, 1989
»Ex Machina – Frühe Computergrafik bis 1979« Kunsthalle Bremen, 2007
»bit international. [Nove] tendencije. Computer und visuelle Forschung Zagreb 1961-1973« Neue Galerie Graz am Landesmuseum Joanneum, 2007
»bit international« ZKM Karlsruhe, 2008-2009
»Ghosts in the Machine« New Museum of Contemporary Art, New York, 2012

Computergrafiken publiziert in:
Computer Graphics. Johann Willsberger (1972)
Computerkunst. Hrsg. IBM Deutschland GmbH (1978)
Computer-Grafik Galerie. Herbert W. Franke (1984)
25 Jahre Computerkunst. Hrsg. BMW AG (1989)
Kunst am Computer. Ästhetik, Bildtheorie und Praxis des Computerbildes. Karin Guminski (2002)
Ex Machina – Frühe Computergrafik bis 1979. Hrsg. Wulf Herzogenrath und Barbara Nierhoff-Wielk (2007)
bit international. [Nove] tendencije. Computer und visuelle Forschung Zagreb 1961-1973. Hrsg. Neue Galerie Graz (2007)
bit international. [Nove] tendencije. Computer und visuelle Forschung Zagreb 1961-1973. Hrsg. Peter Weibel und Margit Rosen (ZKM, 2008)
A Little-Known Story about a Movement, a Magazine and the Computer´s Arrival in Art: New Tendencies and Bit International. Hrsg. Margit Rosen (2011)
Ghosts in the Machine. Hrsg. Massimiliano Gioni und Gary Carrion-Murayari (2012)
siehe auch Links & Literatur
Hinweis VG Bild-Kunst: Für alle Bilder dieser Seite gilt © VG Bild-Kunst für Sylvia Roubaud

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